Dechantskirchen ist die älteste Pfarre im Dekanat Vorau, älter als das Stift Vorau.

Das Gebiet um das heutige Dechantskirchen gehörte im 12. Jahrhundert dem Grafen von Formbach. Es musste allerdings erst gerodet und besiedelt werden.

Der Erzdechant Otakar von Fischau hatte das Zehentrecht. Dieser errichtete um 1150 an der alten Römerstraße mitten im Urwald eine Kirche zum Hl. Stephanus, dem Patron der Reisenden.

Vom Gründer Dekan Otakar leitet sich der Ortsname Dechantskirchen ab.

Dechantskirchen wurde im Jahre 1161 zur Pfarre erhoben. Zum ursprünglichen Pfarrgebiet gehörten Friedberg (bis ca. 1220) und St. Lorenzen am Wechsel (1344 erstmals als Pfarre genannt).

Bei der Pfarrgründung von Rohrbach im Jahre 1966 ist ungefähr ein Viertel des Pfarrgebietes nach Rohrbach gekommen.

 

 

Die Pfarrkirche ist ein spätgotischer Bau. Sie dürfte um das Jahr 1470 errichtet worden sein. Später hat sie eine barocke Ausgestaltung erhalten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Auffallend am Hochaltar (1725) ist das Bild von der Steinigung des Hl. Stephanus. Stephanus ist Pfarrpatron.

Die Altarraumgestaltung (1998) wurde vom Künstler Augustin Schütti durchgeführt. Die Sedilien, sowie Vortragskreuz und Ständer hat der Künstler in Ton modelliert und anschließend in Bronze gegossen.

 

 

Vom selben Künstler stammt die Statue der Mutter Teresa (2003), der Patronin der Nächstenliebe und der Sterbenden. Mutter Teresa ist im Jahre 2003 selig und im Jahre 2016 heilig gesprochen worden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine barocke Kostbarkeit ist die Loretokapelle. Sie wurde 1750 an das Langhaus der Kirche angebaut. Der barocke Altaraufbau ist geziert mit der „Schwarzen Madonna“ und einem Antependium, das die Legende von der Übertragung des Hauses der Gottesmutter aus Nazareth nach Italien darstellt.

 

Das älteste Inventar in der Loretokapelle ist der Taufstein mit einem achteckigen Brunnengehäuse aus der Zeit nach 1650. Aus derselben Zeit stammt das Bild der heiligen Barbara.

 

 

 

 

 

Seit dem Jahre 2006 wird das barocke Heilige Grab nach der Auferstehungsfeier in eine Auferstehungskapelle umgewandelt.

 

 

Anlässlich der 850 Jahrfeier der Pfarre Dechantskirchen im Jahre 2011 wurde eine Jubiläumsstatue im Kirchhof aufgestellt. Im gleichen Jahr war die Feier 30 Jahre Marienerscheinungen in Medjugorje. So entschieden wir uns, eine „Epiphanie Mariens“ – Erscheinung der Gottesmutter – gestalten zu lassen. Dazu haben wir den für uns schon bewährten Künstler Augustin Schütti beauftragt. Maria hat kein Gesicht. Damit will der Künstler andeuten, dass die Gottesmutter im Himmel nicht darstellbar ist. Jede und jeder muss sich ein Bild von der „Himmelmutter“ machen.

Der Sockel, auf der die Statue steht, besteht aus Steinen, die von unseren Leuten in unserem Gebiet gesammelt wurden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Seit dem Jahre 2001 ist Ökologie und Nachhaltigkeit ein pastoraler Schwerpunkt geworden. Aus der Erkenntnis, dass wir auf Kosten der kommenden Generationen leben und auf Kosten der wirtschaftlich unterentwickelten Länder wirtschaften und leben, haben wir uns entschlossen, gezielt Lebensraum erhaltende Maßnahmen zu setzen. Umweltverschmutzung, Ressourcenverbrauch und vor allem der Klimawandel wurde zum Focus unseres Denkens, Informierens und Handelns.

 

 

Wir haben in den letzten 20 Jahren über 70 Informationsabende und Workshops gehalten, sind auf Holzheizung, Ökostrom umgestiegen, und haben selbst 5 Photovoltaik-Anlagen errichtet, sodass wir viermal mehr Strom erzeugen als wir für Pfarrhof, Kirche und Jugendräume verbrauchen. Und die Bevölkerung hat mitgetan.

50% der Haushalte beziehen Öko-Strom, ca. 20 Prozent der Haushalte haben eine eigene Photovoltaik-Anlage, ca. 2500 sog. „Dechantskirchner Zeigga“ – Einkaufstaschen aus Stoff mit dem draufgestickten Pfarrlogo – haben wir verkauft oder verschenkt. Wir haben schon über 20 Umweltpreise bekommen, kirchliche, staatliche, auch einen europäischen. Wir alle und ein Gutteil der Bevölkerung haben Freude an unserem Öko-Weg.

 

 

 

 

 

 

 

 

Maria Knöbl ist am 1. Fastensonntag des Jahres 2019 vom Generalvikar Dr. Erich Linhardt als Pfarrkoordinatorin eingeführt. Im Laufe der letzten 20 Jahren ist Frau Maria Knöbl so viel Arbeit in der Pfarre zugefallen, sodass sie praktisch schon einen Gutteil der operativen Leitung übernommen hat. Mit dieser Installation hat Herr Pfarrer für seine Pensionierung vorgebaut, da nach ihm kein Pfarrer in Dechantskirchen vor Ort wirken wird. Die Pfarre wird vom Stift Vorau voraussichtlich mitbetreut werden. Maria Knöbl ist die erste Pfarrkoordinatorin der Steiermark.

Maria Knöbl hat im Jahre 2011 eine hohe Auszeichnung vom Diözesanbischof Dr. Egon Kapellari erhalten. Im selben Jahr erhielt sie aus der Hand des Landeshauptmannes Hermann Schützenhöfer den ersten Preis im steirischen Wettbewerb „Ehrenamt“. Maria Knöbl macht ihre Tätigkeit ehrenamtlich.

 

Am 01. September 2020 ist die Neuordnung des Seelsorgeraumes Vorau in Kraft getreten. Der Seelsorgeraum Vorau beinhaltet die bisherigen Pfarren des Dekanates Vorau, sowie die Pfarren Rohrbach und Eichberg.

Mag. Lukas Zingl ist Pfarrer von allen Pfarren des Seelsorgeraumes Vorau. Pastoralassistentin Monika Grabner ist für die Gesamtpastoral zuständig und die Sekretärin der Pfarre Vorau Kathrin Riegler für die Verwaltung sämtlicher Pfarren. Pfarrer Wolfgang Fank bleibt in unserer Pfarre als Teampfarrer, ebenso Pfarrer Christoph Grabner für Friedberg, Pinggau und Schäffern und Prälat Pfarrer Gerhard Rechberger für St. Lorenzen am Wechsel.