Statement von Maria Knöbl

 

 

Maria Knöbl ist Lehrerin in der Volksschule Dechantskirchen, Umweltmanagementbeauftragte der Pfarre, Pfarr-Koordinatorin und Mitglied des AK Schöpfungsverantwortung:

 

 

 

 

„Wir in unserer Pfarre haben seit etwa 20 Jahren Ökologie und Nachhaltigkeit als pastoralen Schwerpunkt. Warum tun wir das?

Erstens einmal! Wir glauben an Gott, den Schöpfer, des Himmels und der Erde. Die Erde also ist ein Geschenk Gottes. Wir müssen auf sein Werkerl aufpassen. Wir sollen sie nicht schlechter hinterlassen, also wir sie bei unsrer Geburt vorgefunden haben. Die Erde ist besonders bedroht durch den Klimawandel, der vor allem durch das Verbrennen von Kohle, Erdöl und Erdgas verursacht wird. Deshalb haben wir schon vor 20 Jahren gesagt: „Der Umstieg auf erneuerbare Energien ist das Gebot des 21. Jahrhunderts.“

Und zweitens! Wir haben erkannt, dass wir auf Kosten anderer leben: Auf Kosten unserer Kinder und Kindeskinder und besonders auch auf Kosten der wirtschaftlich unterentwickelten Länder.

Und drittens: Uns drängt das Gebot Jesu: „Was ihr dem geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“

Genau heute vor 33 Jahren war die Katastrophe von Tschernobyl. Tschernobyl und Fukushima waren atomare Explosionen mit verheerende Folgen und noch tausende Jahre haben werden. Also wir leben auf Kosten der kommenden Generationen.

Papst Franziskus schreibt in seiner „Laudato si“: „Die Schwester Erde schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr auf Grund des unverantwortlichen Gebrauchs und Missbrauchs der Güter zufügen.“

Wir in der Pfarre haben erkannt, dass ökologisches Handeln, das meist auch sozial ist, Freude macht. Es bringt frischen Sinn ins Leben. Wir können bestätigen, was Papst Franziskus in seiner Enzyklika geschrieben hat: „Ökologisches Handeln gibt uns das Gefühl der eigenen Würde zurück, führt uns zu einer größeren Lebenstiefe und schenkt uns die Erfahrung, dass das Leben in dieser Welt lebenswert ist.“

Im Alten Römerreich hat es geheißen: „Der Mensch ist des Menschen Wolf.“ Im christlichen Europa soll gespürt werden: „Der Mensch ist des Menschen Engel.“

Also Ihr Engel! Auf an die Arbeit! Gemeinsam haben wir noch die Chance, die Klimakrise abzuwehren.“

 

 

Statement von Christoph Zehrfuchs

 

 

Christoph Zehrfuchs ist Biobauer und führt eine sog. „Solidarische Landwirtschaft“. Er ist Raumberg-Absolvent und Mitglied des AK Schöpfungsverantwortung in der Pfarre Dechantskirchen:

 

 

 

 

„Mein Name ist Christoph Zehrfuchs, ich bin Biobauer aus Dechantskirchen. Wir hatten in den letzten drei Erntejahren zweimal totalen Ernteausfall aufgrund von Spätfrost bei unseren Obstanlagen und einmal massiven Borkenkäferbefall aufgrund von Dürre im Wald. Die Wucht an klimatischen Veränderungen ist nicht mehr zu leugnen, denn was als Jahrhundertereignisse bezeichnet wird, wurde zur jährlichen Normalität.

Diese Perspektivenlosigkeit, die die jungen Menschen zu den FridaysForFuture Kundgebungen bewegt, kann ich absolut nachvollziehen, denn auch uns quälten diese Sorgen.

Was uns Zuversicht gibt, ist die wachsende Gemeinschaft an Konsumenten, die hinter unserem Hof steht und sich aktiv beteiligt. Diese Solidarität ist eine wechselseitige Befruchtung von Konsument, Produzent und Mutter Erde.

Ich bin auch Humusbauer und Referent an der Humusakademie der Ökoregion Kaindorf. Humusaufbau ist die wiederentdeckte Klimachance, die nicht nur CO2 speichert, sondern auch fruchtbaren Boden entstehen lässt. Eine wichtige Erkenntnis zeigt sich in der Humusforschung immer klarer:

Eine bunte Vielfalt vereint in einer lebendigen Gemeinschaft ist im Stande die Welt im Kleinen wie im Großen zu verändern. Lasst uns alle der Nährboden, der fruchtbare Humus für eine Gemeinschaft in Vielfalt, in Frieden und im Einklang mit der Natur sein. So keimt in uns eine neue Hoffnung für eine lebenswerte Zukunft.“